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Wasserschutzpolizei

Nicht nur auf dem Lande gilt es Gesetze zu beachten, auch auf dem Wasser ist dies notwendig. Dazu gibt es die Wasserschutzpolizei. Sie ist Teil der Landespolizei und existiert – mit Ausnahme von Thüringen – in allen Bundesländern. In ihrem Verwaltungsaufbau kann sie daher unterschiedlich organisiert sein.

Zuständigkeit der Wasserschutzpolizei

Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich dabei auf schiffbare Wasserstraßen und deren Uferbereich, sowie auf Häfen und Schleusen. In den norddeutschen Bundesländern operiert die Wasserschutzpolizei zusätzlich bis an den Rand der 12-Meilen-Zone auf der Nordsee, der Außengrenze der Bundesrepublik. Auf der Ostsee fällt dieser Bereich etwas geringer aus. Sollte es einmal erforderlich sein über diese Linie hinaus agieren zu müssen, tritt nicht mehr die Wasserschutzpolizei, sondern der Koordinierungsverband Küstenwache in Aktion. Dieses Gremium setzt sich aus der Bundespolizei, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bund, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und dem Zoll zusammen.

Sicherung der Wasserstraßen

Doch nicht nur auf dem Meer müssen Verkehrsregeln und andere Vorschriften eingehalten werden. Auch auf den innerdeutschen Wasserstraßen ist die Anwesenheit der Wasserschutzpolizei unabdingbar. Sowohl auf See, als auch auf den fließenden Binnengewässern und Häfen ist sie nahezu ständig auf “Revierfahrt”, also auf Patrouille. Die Wasserschutzpolizei überprüft im Rahmen ihrer Aufgaben die Einhaltung von See- und Binnenschifffahrtsvorschriften, sie soll Gefahren erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten und ist je nach Bundesland auch als Grenzpolizei tätig. Sie beobachtet das Verhalten im Verkehr, begutachtet die Ausrüstung sowie die Kennzeichnung einzelner Schiffe und Boote. Dazu darf die Wasserschutzpolizei die Schiffspapiere und die Befähigungsnachweise der gesamten Besatzungsmitglieder, als auch von Lotsen überprüfen. Bei einlaufenden Schiffen in Häfen tritt sie mitunter als Vertretung der Ausländerbehörde auf und stellt örtlich sowie zeitlich begrenzte Visa für Seeleute aus.

Wasserschutzpolizei Bild

Bürgermeister Weichmann – Boot der Wasserschutzpolizei
(c) by Gunnar Ries | Lizenzhinweis

 

Im Fokus: Umweltschutz

Einen immer stärkeren Schwerpunkt im Aufgabenbereich nimmt der Umweltschutz ein. Dabei tritt die Wasserschutzpolizei zum Teil als Exekutivorgan von Umweltbehörden auf. Die Beamten machen Schiffe und Anwohner ausfindig, die umweltbelastende Stoffe illegal in den Gewässern entsorgen. Sollte ein konkreter Verdacht zur Wasserverunreinigung bestehen, werden Wasserproben zur Beweisführung entnommen. Gerade in diesem Kompetenzbereich greift die Wasserschutzpolizei auf speziell ausgebildete Abteilungen zurück, deren Personal technisch geschult ist.

Harte Arbeit für Polizeitaucher

Eine Gruppierung innerhalb der Wasserschutzpolizei bilden die Polizeitaucher. Sie sind körperlich bestens trainiert, um die harten körperlichen Belastungen zu überstehen. Polizeitaucher suchen meist im Wasser nach Waffen oder Diebesgut, retten Ertrinkende und sind für die Bergung von Leichen zuständig. Außerdem helfen sie bei der Fahndung nach Umweltsündern.
Doch Polizeitaucher haben ein noch breiteres Aufgabenspektrum. Bei frisch angekommenden Schiffen in Häfen leisten sie wichtige Unterstützung. Während der Zoll das Schiffsinnere kontrolliert und bspw. gezielt nach Drogen sucht, tasten die Polizeitaucher den Rumpf ab, denn auch hier kann Rauschgift versteckt werden. Eine ähnliche Arbeit verrichten Sie bei Staatsbesuchen: Hier liegt bei der Unterwassersuche und beim Abtasten der äußeren Schiffswände jedoch das Hauptaugenmerk auf Sprengstoff. Bei Hochwasser werden sie zudem zur Überprüfung der Stabilität von Deichen eingesetzt.