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Ausbildung & Karriere

Die theoretische Ausbildung beinhaltet die Schwerpunkte Recht, Polizeidienstkunde, Fotografie und Fototechnik, Funk und Funktechnik, Kriminalistik und Englisch, um nur einige der Ausbildungsrichtungen zu nennen. Des Weiteren wird dem Bewerber eine umfangreiche Bildung im Bereich Politik, Waffenkunde, Sozialwissenschaften und Erste Hilfe gewährt. Natürlich gehören praktische Ausbildungen wie Selbstverteidigung, Einsatztraining, Waffen- und Schießausbildung und Dienstsport dazu, um das Berufsbild des Polizisten möglichst exakt zu vermitteln.

Ausbildungsstufen bei der Polizei

Die theoretische Ausbildung ist die Grundlage für die anschließende praktische Erprobung des erlernten Wissens. Pro Semester erfolgt eine umfangreiche Überprüfung des Erlernten. Erst nach erfolgreichem Bestehen dieser Tests kann die nächste Ausbildungsphase angegangen werden. Ansonsten ist für den Bewerber an dieser Stelle Schluss.

Ausbildung zum mittleren Dienst bei der Polizei

Die Ausbildung ist Sache der Länder und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Die Ausbildung ist Sache der Länder und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Denn der Bund betreibt eine eigene Ausbildung für Polizisten der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes.

Ausbildung zum gehobenen Dienst bei der Polizei

Ausbildung und Karriere Polizei Bild

Polizisten beim Training in im Einsatztrainingszentrum Wiesbaden
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Der gehobene Polizeidienst ist die nächsthöhere Ausbildungsstufe nach dem mittleren Dienst. In einigen wenigen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen, ist er gar der direkte Einstieg, denn hier ist die Ausbildung im mittleren Dienst nicht mehr vorgesehen. In Bayern erfolgt eine Ausbildung zum Polizeikommissar mit einem Studium an einer Fachhochschule und dem Abschluss Diplom-Verwaltungswirt (FH). Das Studium dauert 3 Jahre und beginnt mit zwei Praktika, die wesentliche Grundzüge der Polizeiarbeit vermitteln. Dabei hospitiert er in Polizei- und Kriminalinspektionen. Nach der Ernennung zum Polizeioberwachtmeister beginnt das Grundstudium mit anschließendem Hauptpraktikum und einer einsatztaktischen Ausbildung. Das Studium endet nach dem Hauptstudium und den erfolgreich abgeschlossenen Prüfungen.

Ausbildung zum höheren Polizeidienst

Das Studium für den höheren Dienst in der Polizei wird in der einzigen Polizeiakademie Deutschlands mit den Standorten Hann, Münden und Oldenburg durchgeführt und dauert zwei Jahre. Zugelassen wird, wer entweder bei einer Polizeibehörde des Bundes oder des Landes angestellt ist, bereits ein universitäres Studium mit einem dem Polizeidienst förderlichen Fach absolviert oder bei der Ausbildung im gehobenen Dienst bereits einen Bachelor / ein Diplom erworben hat. Am Ende erwirbt der Studierende den Abschluss Master “Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement”.

In einigen wenigen Bundesländern ist ein direkter Einstieg in den höheren Dienst möglich. Voraussetzung dafür ist ein Studium, das nicht im Rahmen der Polizei durchgeführt wurde, sondern die Befähigung für den Beruf als Richter. Auch für die Anstellung beim Bundeskriminalamt kann ein regulärer Universitätsabschluss ausreichen, der dann allerdings wieder eine “polizeiförderliche” Fächerkombination ausweisen sollte. Diese Bewerber müssen jedoch eine zusätzliche Laufbahnüberprüfung absolvieren.

Praktische Möglichkeiten nach Polizeiausbildung

Die Einsatzmöglichkeiten eines Polizisten nach erfolgreich beendeter Ausbildung sind enorm. Dabei wird natürlich die persönliche Neigung des frisch ausgebildeten Polizisten berücksichtigt. Der konkrete Einsatz hängt davon ab, wie viel Personal wo benötigt wird. Bestimmte Einsatzrichtungen wie die Wasserschutzpolizei werden von Interessenten geradezu überrannt, andere hingegen leiden unter Personalmangel. Die Verkehrspolizei, die Kriminalpolizei, die Schutzpolizei usw. Sie alle stehen dem angehenden Polizisten zur Verfügung.

Polizisten haben sehr gute Aufstiegschancen

Unabhängig von der konkreten Dienstverwendung kann der Polizist die Laufbahnleiter innerhalb der Polizeihierarchie nach oben klettern. Nach und nach wird er den jeweils nächsthöheren Dienstgrad erlangen und somit auch höhere Bezüge erhalten.
Für bestimmte dienstliche Verwendungen wie beispielsweise bei der Kriminalpolizei ist es erforderlich, dass der Polizist einige Jahre zuvor den normalen Polizeidienst im Revier, auf der Straße, im Verkehr kennengelernt hat. Nur dadurch kann er die nötige menschliche Reife erlangen, die für die Arbeit eines Kriminalpolizisten zwingend erforderlich ist.
Ähnlich läuft es auch beim Erklimmen der Karriereleiter im gehobenen Dienst. Erst nach einigen Jahren Praxis im jeweils aktuellen Dienstrang und in der aktuellen Dienstverwendung kann der nunmehr erfahrene Polizist sich für eine Weiterbildung, beispielsweise auf der Polizeiakademie, bewerben. Ohne polizeiliche Praxis und Erfahrung geht hier nichts. Denn wenn man sich für eine Führungsposition im Polizeidienst qualifizieren möchte, muss man gerade die praktische Polizeiarbeit am Menschen, vor Ort und am Tatort beherrschen. Denn nur so ist es dem späteren Polizeiführer möglich, die ihm Untergebenen so zu führen, wie dies für die Polizeiarbeit erforderlich ist.

Persönliche Interessen berücksichtigt – Aber Staat entscheidet

Jedem jungen Polizisten sollte klar sein, dass seine persönlichen Interessen zwar Berücksichtigung finden, aber nur nach Möglichkeit. Entscheidend ist das Interesse der Polizei und der Polizeiführung. Und so ein Diensteinsatz erfolgt per Befehl, also gegebenenfalls auch gegen den Willen des Polizisten. Das hört sich zunächst einmal schlimm an. Aber ein Beamter, und das sind Polizisten automatisch mit Einstellung in den regulären Polizeidienst, muss dort seinen Dienst tun, wo der Dienstherr, also der Staat, ihn benötigt. Das gilt nicht nur für Polizisten, das gilt auch für Soldaten oder Finanzbeamte. Außerdem ist der Ersteinsatz eines jungen Polizisten immer nur auf einige Jahre beschränkt. Im Dienst lernt er dann weitere Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten für sich zu entdecken. Generell endet die Ausbildung eines Polizisten nie. Das ist in anderen Berufen nicht anders. Aber gerade der Polizist vor Ort, hat täglich neue Aufgaben zu erfüllen, lernt ununterbrochen etwas Neues und sammelt ständig Erfahrungen. Mit diesem in der Praxis erworbenen Wissen kann er sich für andere Dienstverwendungen bewerben.

Beamtenstaus bei der Polizei

Das Vertragsverhältnis eines Polizisten zum Staat unterscheidet sich nicht zu dem anderer Beamter. Befindet sich der Anwärter auf den Polizeidienst noch im Vorbereitungsdienst ist er ein Beamter auf Widerruf. Nach bestandener Laufbahnprüfung wandelt sich der Status in “Beamter auf Probe” um. Damit erfolgt auch die Anstellung. Die Probezeit dauert in der Regel drei Jahre. Bewährt sich der Beamter in dieser Phase, wird er im Anschluss zum Beamten auf Lebenszeit ernannt.