Voraussetzungen

Bereits bei der Bewerbung muss der zukünftige Polizist angeben, für welche Laufbahn er sich interessiert. Für den mittleren Dienst sind ein Hauptschulabschluss und ein anschließend erlernter Beruf oder die mittlere Reife Voraussetzung. Der gehobene Dienst erfordert mindestens die Fachhochschulreife. Der Führerschein wird in allen Laufbahnen vorausgesetzt. Des Weiteren sind einheitlich ein Mindestalter von 17 Jahren und, für den allgemeinen Polizeidienst und ein Höchstalter von 31 Jahren erforderlich. Für bestimmte polizeiliche Verwendungen beträgt das Höchstalter beim Eintritt in den Polizeidienst 24 Jahre. Die Mindestgröße bei der Einstellung als Polizeianwärter ist für Frauen 1,60 m, für Männer 1,65 m. Wie in in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes wird auf die körperliche Konstitution geachtet. Ohne dass dies irgendwo nachgelesen werden könnte, sind übergewichtige Bewerber von vornherein außen vor. Der Bewerber muss Deutscher oder Europäer sein. Sein polizeiliches Führungszeugnis sowie sein Leumund müssen untadelig sein. Er soll auch nachweisen, dass er in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt.

Bewerbung bei der Polizei

Zunächst einmal müssen, wie bei jeder anderen Bewerbung für einen Beruf oder eine Ausbildungsstelle, die schriftlichen Unterlagen ordnungsgemäß, sauber und übersichtlich eingereicht werden. Am zweckmäßigsten ist es, eine Bewerbungsmappe zu erstellen. Diese enthält natürlich ein kurzes Anschreiben, in dem der Wunsch, eine Ausbildung bei der Polizei zu erreichen, begründet wird. Hinzu kommt ein Lebenslauf, auch wenn dieser, naturgemäß bei jungen Menschen, relativ kurz gehalten wird. Des Weiteren sind in der Bewerbungsmappe Zeugnisse, Fotos, Beurteilungen und andere Nachweise enthalten. Entsprechende Vorschläge finden sich auf den Internetseiten der Polizei. Diese Unterlagen reicht man bei der Polizeileitung des jeweiligen Bundeslandes, in dem man die Ausbildung durchführen möchte, ein. Es gibt keine zentrale Annahmestelle für Bewerbungen im Polizeidienst. Eine Ausnahme bildet hier die Bundespolizei.

Polizist werden – Eignungstests unumgänglich

Voruassetzungen Polizei Bild

Polizisten beobachten Polizeischüler
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Wer sich für den Beruf eines Polizisten interessiert und die Ausbildung Polizist anstrebt, muss sich zunächst, egal in welchem Bundesland, bei den Länderpolizeien mehreren Eignungstests unterziehen. Da ist zum einen der Sporttest. Selbstverständlich muss der Bewerber in der Lage sein, über den Alltagsmenschen hinausgehende sportliche Anforderungen zu erfüllen. Jeder der jährlich etwa 100.000 Bewerber in allen deutschen polizeilichen Ausbildungsstellen muss einen solchen Test durchlaufen. Damit soll festgestellt werden, dass der Bewerber / die Bewerberin die physischen Leistungen erbringen kann, die der Beruf erfordert. Dieser Sporttest umfasst 4-5 Disziplinen, größtenteils in Kombination miteinander. Darunter ist zum Beispiel ein 2000 oder 3000 m Ausdauerlauf, ein Schwimmtest, Tests der Kraft, Ausdauer und der Schnelligkeit. Ebenso beinhaltetet sind Eignungsüberprüfungen der Koordination und Beweglichkeit.
Nach erfolgtem sportlichem Test, oder auch parallel dazu, erfolgt der mehrtägige polizeiliche Eignungstest. In diesem schriftlichen Test werden die Intelligenz des Bewerbers, sein Wissen, und die Kompetenzen abgefragt, die in seinem künftigen Beruf erforderlich sind. Selbstverständlich wird polizeispezifisches Fachwissen abgefragt. Der Interessent für den Polizei-Beruf sollte sich auf den Onlineseiten der Polizei gut vorbereiten.

Hinweise für das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch dient dazu, den Bewerber menschlich besser kennenzulernen. Wer dazu eingeladen wird, sollte sich entsprechend präparieren, genau wie bei jedem anderen Bewerbungsgespräch auch. Insbesondere werden die Prüfer auf die Motivation des jungen Menschen achten. Wer sich hier als schießwütiger Rambo präsentiert, der den Beruf des Polizisten nur als gutbezahlten Job ansieht, der kann sich den Besuch des Bewerbungsgesprächs ersparen. Vielmehr sollte er seine positive Einstellung zu arbeitenden Menschen offenbaren, seine gesammelten Informationen über den Polizei-Beruf kundtun oder Vielfalt Weiterentwicklungsmöglichkeiten bei der Polizei loben. Möglicherweise hat der Bewerber bereits ein Praktikum bei der Polizei durchgeführt und dadurch das Interesse an dem Beruf gefunden. Beim Bewerbungsgespräch selbst sollte der Bewerber mit gutem Allgemeinwissen zu punkten versuchen. Denn die Polizei benötigt nur Menschen, die interessiert sind am Lernen, das Erlernte behalten und anwenden können.

Verlauf des Gesprächs bei der Polizei

Das obligatorische Vorstellungsgespräch verläuft natürlich in jedem Bundesland anders. Allerdings ist die Grundausrichtung die gleiche. Man möchte dabei erfahren, weshalb der Bewerber oder die Bewerberin Polizist werden möchte. Die nüchternen Fakten aus dem vom Bewerber vorzulegenden Lebenslauf werden hier untersetzt. Je nachdem, ob der Bewerber für eine Ausbildung im mittleren oder gehobenen Dienst antritt, werden weitere Persönlichkeitseigenschaften untersucht. Beispielsweise die Fähigkeit zu führen, die Fähigkeit im Team zu arbeiten, es werden Rollenspiele und Gruppenaufgaben gemeinsam erarbeitet. Ziel dieses Vorstellungsgespräches ist es, zusammen mit dem sportlichen und dem schriftlichen Eignungstest die Eignung, die Befähigung und die fachliche Leistung des Bewerbers einzuschätzen.

Fitness für die Polizei notwendig

Sowohl beim Sporttest als auch beim schriftlichen Eignungstest muss der Bewerber bestimmten Mindestanforderungen genügen. Er muss also bestimmte Zeiten, Punkte, Weiten oder Wiederholungen erreichen bzw. nicht über- oder unterschreiten. Dabei gibt es ein Stufenverfahren, bei dem die nächsthöhere Stufe erst in Angriff genommen werden kann, wenn die Darunterliegende erfüllt wurde. Alle Ergebnisse aus sportlicher Prüfung, Einstellungsprüfung, Vorgespräch und eingereichten Unterlagen werden von Prüfern der Polizei zu einem Ranking vereinigt. Zusammen mit einer ebenfalls notwendigen ärztlichen Untersuchung entsteht so eine Liste, in der die Bewerber entsprechend ihren Ergebnissen bewertet werden. Diese Rangliste wird dann bei der Entscheidung von oben nach unten abgearbeitet. Dadurch ist sichergestellt, dass von den vorhandenen Bewerbern die Besten zur Ausbildung gelangen.