Spezial- und Sondereinheiten

Trotz aller Sicherheitsanstrengungen können auch Situationen entstehen, in denen eigens geschulte Kräfte zum Einsatz kommen, besonders wenn heikle Gefahrensituationen zu meistern sind. Dann wird auf ein Spezialeinsatzkommando (SEK) zurückgegriffen.

SEK als Lehre aus München 1972

Als Reaktion auf die gescheiterte Geiselbefreiung beim Attentat auf die Olympischen Spiele 1972 in München hoben Bund und Länder Spezialeinsatzkommandos aus der Taufe. Fast alle sind den Bundesländern unterstellt, erhalten ihre Weisungen zum Teil aber von unterschiedlichen Landesbehörden. Häufig sind die Spezialeinsatzkommandos in die Bereitschaftspolizei eingebettet, im gegenwärtigen Trend werden sie immer häufiger den Landeskriminalämtern unterstellt. Das in der öffentlichen Wahrnehmung bekannteste SEK ist die GSG9. Sie ist jedoch abweichend in die Bundespolizeiintegriert.
Vornehmliche Aufgabe des SEK ist die Festnahme von Straftätern, die als gefährlich eingestuft werden. Damit kommen diese Kommandos bei Geiselnahmen, Entführungen, Tötungsdelikten, bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und der Terrorismusbekämpfung zum Einsatz. Mitunter leisten die Mitglieder eines SEK auch wertvolle Dienste beim Zeugen- und Personenschutz.

Hohe Ansprüche an Kandidaten

Um dieses schwierige und anspruchsvolle Aufgabenspektrum zu erfüllen, müssen Bewerber hohe Hürden überwinden. Bereits im Auswahlverfahren werden hohe Ansprüche gestellt. Die Kandidaten sollten in einer herausragenden körperlichen Verfassung sein, mentale Stärke besitzen und eine ausgeprägte Sozialkompetenz besitzen. Denn Einzelkämpfer sind in den Spezialeinheiten fehl am Platz. Die Bewerber durchlaufen eine Reihe von physischen und psychischen Tests, bis am Ende nur noch die Besten übrig bleiben. In der Regel rekrutieren sich die Mitglieder der Einsatzkommandos aus Personen, die bereits zuvor im Polizeidienst standen. Ein unschlagbarer Vorteil, kennen sie mögliche Gefahren und wissen diese meist richtig einzuschätzen.

SEK muss intensiv trainieren

Sonderkommando Polizei stürmt Haus Bild

SEK trainiert Erstürmung eines Hauses beim Landespolizeifest in Dortmund
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Da Einsätze über die Grenzen der Bundesländer hinweg stattfinden, ist die Ausrüstung und die Ausbildung meist einheitlich geregelt. Für die Einsätze müssen spektakuläre Manöver intensiv trainiert werden. Das Wenden von Fahrzeugen bei hoher Geschwindigkeit wird ebenso geübt, wie das Abseilen aus Hubschraubern oder die Erstürmung von Häusern oder Flugzeugen. Dennoch arbeiten die SEK’s meist diskret, denn viele Einsätze finden unbemerkt von Presse und der Öffentlichkeit statt.

Weitere Sondereinheiten der Polizei

Einsatzkommandos können mitunter für eine spezielle Verwendung trainiert werden. Mobile Einsatzgruppen (MEK) beobachten und fahnden, greifen aber auch zu, wenn die Situation es notwendig erscheint lässt. Dabei kann es zu einer engen Zusammenarbeit mit einem SEK kommen. Auch Verhandlungsgruppen (VG) fallen in diese Kategorie. Sie haben bei Straftaten, z. B. Geiselnahmen, die Gesprächsführung mit den Straftätern inne und sind auf psychologischem Gebiet perfekt ausgebildet. Technische Einsatzgruppen (TEG) beraten hingegen die Polizei und unterstützen diese mit der Installation und Betreuung von technischen Anlagen. Dazu zählen Lauschangriffe, Videoüberwachung oder auch Ablenkungstechnik.

Riskio Bombenentschärfung

Ein weitere Spezialeinheit der Polizei sind die Bombenentschärfer. Sie sind meist ebenfalls dem LKA unterstellt und kümmern sich um die Entschärfung von sogenannten unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen. Das Personal weist dabei ausgewiesene Kenntnisse der Physik, Kinetik und der Chemie aus. Sowohl Umsichtigkeit aber auch Angst sind ein latenter Bestandteil dieses Berufes.
Die Bombenentschärfer der Polizei kommen meist bei Bombendrohungen zum Einsatz. Konkret werden dann herrenlose oder verdächtige Gepäckstücke an öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen oder Flughäfen untersucht. Gelegentlich erhalten sie dabei Unterstützung von einem Sprengroboter.
Für die Räumung und Entschärfung konventioneller Kampfmittel, bspw. Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, sind nicht die Bombenentschärfer der Polizei zuständig, sondern der Kampfmittelräumdienst.

Bereitschaftspolizei

Demonstrationen, Volksfeste oder Fußballspiele – Bei manchen Veranstaltungen ist der massive Einsatz von Polizeikräften erforderlich, um die Sicherheit und den ordnungsgemäßen Ablauf zu garantieren. Dies ist in der Regel Aufgabe der Bereitschaftspolizei.

Bereitschaftspolizei unterschiedlich organisiert

Als Teil der Landespolizei ist sie ein Großverband bestehend aus vielen Polizisten. In den einzelnen Bundesländern kann die Bereitschaftspolizei vielfach unterschiedlich organisiert sein. Ein grober bundeseinheitlicher Rahmen gibt jedoch eine Strukturierung in Bereitschaftspolizeiabteilung (BPA), Bereitschaftspolizeihundertschaft (BPH), Zug, Gruppe, Halbgruppe und Trupp vor. Hierin finden sich sowohl Beamte des mittleren, gehobenen und des höheren Dienstes wieder. Die Bereitschaftspolizei ist in Gemeinschaftsunterlagen untergebracht und tritt im Falle eines Einsatzes nach außen hin als geschlossene Einheit auf.

Großveranstaltungen als Hauptaufgabe

Bereitschaftspolizei Bild

Bereitschaftspolizei bei Demonstration in Frankfurt
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Grundsätzlich wird sie erst auf Anforderung tätig. Dabei bleibt die Bereitschaftspolizei jedoch nicht ausschließlich auf ihr eigenes Bundesland beschränkt, sondern kann auch , je nach Anlass und Einsatzart, in anderen Bundesländern ihrer Arbeit nachgehen. Ihre ureigenste Aufgabe ist die Unterstützung der Landespolizei. Insbesondere bei Großlagen und Großveranstaltungen greift sie der Landespolizei unter die Arme und hilft mit der Bereitstellung von Personal, sowie von Führungs- und Einsatzmittel aus. Auch bei der Kriminalitätsbekämpfung, bspw. Razzien, und bei der Gewährleistung der Verkehrssicherheit leistet sie mit ihren speziell ausgestatteten und ausgebildeten Einheiten wertvolle Unterstützung. In einigen Bundesländern gibt es Hundertschaften und Züge, die auf bestimmte Tätigkeiten spezialisiert sind. Dazu zählen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten, aber auch technische Kräfte, die Sonderwagen oder Wasserwerfer bedienen.

Erweiterung der Aufgaben

War die Bereitschaftspolizei in früheren Zeiten im wahrsten Sinne des Wortes eine auf Bereitschaft liegende Einheit und wartete auf ihren Einsatz, hat sie heute ihr Aufgabengebiet grundlegend erweitert. In vielen Bundesländern bildet die Bereitschaftspolizei den Nachwuchs für den mittleren und auch für den gehobenen Dienst mit aus. Darüber hinaus ist sie auch stärker in den regulären Polizeidienst eingebettet, denn Großeinsätze sind nicht der Alltag. Die Bereitschaftspolizei geht immer häufiger an Kriminalitätsbrennpunkten auf Streife und zeigt in den Innenstädten zur Vorbeugung von Straftaten immer mehr Präsenz.

Wasserschutzpolizei

Nicht nur auf dem Lande gilt es Gesetze zu beachten, auch auf dem Wasser ist dies notwendig. Dazu gibt es die Wasserschutzpolizei. Sie ist Teil der Landespolizeiund existiert – mit Ausnahme von Thüringen – in allen Bundesländern. In ihrem Verwaltungsaufbau kann sie daher unterschiedlich organisiert sein.

Zuständigkeit der Wasserschutzpolizei

Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich dabei auf schiffbare Wasserstraßen und deren Uferbereich, sowie auf Häfen und Schleusen. In den norddeutschen Bundesländern operiert die Wasserschutzpolizei zusätzlich bis an den Rand der 12-Meilen-Zone auf der Nordsee, der Außengrenze der Bundesrepublik. Auf der Ostsee fällt dieser Bereich etwas geringer aus. Sollte es einmal erforderlich sein über diese Linie hinaus agieren zu müssen, tritt nicht mehr die Wasserschutzpolizei, sondern der Koordinierungsverband Küstenwache in Aktion. Dieses Gremium setzt sich aus der Bundespolizei, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bund, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und dem Zoll zusammen.

Sicherung der Wasserstraßen

Doch nicht nur auf dem Meer müssen Verkehrsregeln und andere Vorschriften eingehalten werden. Auch auf den innerdeutschen Wasserstraßen ist die Anwesenheit der Wasserschutzpolizei unabdingbar. Sowohl auf See, als auch auf den fließenden Binnengewässern und Häfen ist sie nahezu ständig auf “Revierfahrt”, also auf Patrouille. Die Wasserschutzpolizei überprüft im Rahmen ihrer Aufgaben die Einhaltung von See- und Binnenschifffahrtsvorschriften, sie soll Gefahren erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten und ist je nach Bundesland auch als Grenzpolizei tätig. Sie beobachtet das Verhalten im Verkehr, begutachtet die Ausrüstung sowie die Kennzeichnung einzelner Schiffe und Boote. Dazu darf die Wasserschutzpolizei die Schiffspapiere und die Befähigungsnachweise der gesamten Besatzungsmitglieder, als auch von Lotsen überprüfen. Bei einlaufenden Schiffen in Häfen tritt sie mitunter als Vertretung der Ausländerbehörde auf und stellt örtlich sowie zeitlich begrenzte Visa für Seeleute aus.

Wasserschutzpolizei Bild

Bürgermeister Weichmann – Boot der Wasserschutzpolizei
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Im Fokus: Umweltschutz

Einen immer stärkeren Schwerpunkt im Aufgabenbereich nimmt der Umweltschutz ein. Dabei tritt die Wasserschutzpolizei zum Teil als Exekutivorgan von Umweltbehörden auf. Die Beamten machen Schiffe und Anwohner ausfindig, die umweltbelastende Stoffe illegal in den Gewässern entsorgen. Sollte ein konkreter Verdacht zur Wasserverunreinigung bestehen, werden Wasserproben zur Beweisführung entnommen. Gerade in diesem Kompetenzbereich greift die Wasserschutzpolizei auf speziell ausgebildete Abteilungen zurück, deren Personal technisch geschult ist.

Harte Arbeit für Polizeitaucher

Eine Gruppierung innerhalb der Wasserschutzpolizei bilden die Polizeitaucher. Sie sind körperlich bestens trainiert, um die harten körperlichen Belastungen zu überstehen. Polizeitaucher suchen meist im Wasser nach Waffen oder Diebesgut, retten Ertrinkende und sind für die Bergung von Leichen zuständig. Außerdem helfen sie bei der Fahndung nach Umweltsündern.
Doch Polizeitaucher haben ein noch breiteres Aufgabenspektrum. Bei frisch angekommenden Schiffen in Häfen leisten sie wichtige Unterstützung. Während der Zoll das Schiffsinnere kontrolliert und bspw. gezielt nach Drogen sucht, tasten die Polizeitaucher den Rumpf ab, denn auch hier kann Rauschgift versteckt werden. Eine ähnliche Arbeit verrichten Sie bei Staatsbesuchen: Hier liegt bei der Unterwassersuche und beim Abtasten der äußeren Schiffswände jedoch das Hauptaugenmerk auf Sprengstoff. Bei Hochwasser werden sie zudem zur Überprüfung der Stabilität von Deichen eingesetzt.

Kriminalpolizei

Die Kriminalpolizei (Kripo) steht in Deutschland vor allem durch einschlägig bekannte Fernsehserien im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Vieles vom vermittelten Bild ist real, anderes wird weniger genau beleuchtet. Die Kriminalpolizei ist grundsätzlich für die Verfolgung von Straftaten zuständig. Bei der Schutzpolizei bildet dieser Punkt hingegen nur einen Teilbereich des Aufgabenspektrums ab.
Die Kripo ist Bestandteil der Landespolizei. Dabei kann sie in jedem anderen Bundesland anders organisiert sein, dennoch hat sie bundesweit im wesentlichen identische Aufgabenschwerpunkte. Meist existieren verschiedene Fachkommissariate, die sich in einen zentralen Dienst, wie den Kriminaldauerdienst, Personenfahndung oder Zeugenschutz, und spezielle Ermittlungsbereiche untergliedern.

Einsatzbereiche der Kripo

Kriminalpolizei Bild

Tatort in Lörrach
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Mord-, und in besonders schweren Fällen, Sonderkommissionen, kümmern sich um Kapitaldelikte. Darunter fallen Tötungsdelikte, Ermittlungen nach Bränden, Erpressungen oder Raub. Daneben bilden sexuelle Straftaten, Vermisstenfälle, Bandendelikte (Drogenhandel, Glücksspiel, organisierte Kriminalität), Delikte von und zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen, Wirtschaftskriminalität (Betrug, Korruption) weitere Schwerpunkte bei der Arbeit der Kriminalpolizei. Auch Eigentumsdelikte , wie Diebstahl oder Einbruch gehören zu ihren Aufgaben, können aber stellenweise auch der Schutzpolizei übertragen werden.

Kriminaldauerdienst als erster Ermittler

In größeren Städten kommt nach einem Delikt zunächst der Kriminaldauerdienst (KDD) zum Einsatz. Er ist nicht für die Aufklärung der Straftat zuständig, sondern für den sogenannten “Ersten Angriff”. Für ihn gilt: Am Tatort ein möglichst unverändertes Spurenbild zu erhalten und alle Spuren zu sichern. Der KDD hält die Spuren fest, fotografiert den Tatort und erstellt eine Tatortskizze, die bei einer späteren möglichen Rekonstruktion als Grundlage dient. Am Tatort selbst kann es je nach Größe und Art des Deliktes zur Zusammenarbeit mit weiteren Fachleuten der Kriminaltechnik, wie Gerichtsmediziner, Tatortzeichner oder Daktyloskopen (Sichern von Fingerabdrücken) kommen. Der KDD stellt das gesamte Material zusammen, bewertet es, fasst es in einem Tatort-und Ermittlungsbericht zusammen und leitet es zur weiteren Bearbeitung an die zuständigen Fachkommissariate weiter.

Fahndungsmethoden

Die Kriminalpolizei arbeitet eng verzahnt mit der Schutzpolizei zusammen, insbesondere bei der Fahndungsarbeit. Hier greifen die Einsatzkräfte auf verschiedene Fahndungsarten zurück. Bei Geiselnahmen, Bankraub oder Entführung und in Abhängigkeit von Tatzeit und Tatort kann eine Ringfahndung ausgelöst werden. Fahndungsbeamte werden an bestimmten Punkten positioniert und ziehen mehrere Ringe um den Tatort. Auf diese Methode wird meist innerhalb von 30 Minuten nach der Tat zurückgegriffen, um die Täter schon frühzeitig zu fassen. Weitere Möglichkeiten sind die Grenzfahndung, die Schleierfahndung (stichprobenartige Personenkontrolle) oder die Rasterfahndung. Hier werden Daten von verdächtigen Personen mit anderen Datenbanken abgeglichen. Fahndungsarbeit ist in der Regel zielgerichtet, aber auch mühevoll.
Im weiteren Ermittlungsverlauf vernimmt die Kriminalpolizei Zeugen und Tatverdächtige, überprüft Alibis und veranlasst Gegenüberstellungen. Mitunter ist auch eine Rekonstruktion des Deliktes am Tatort erforderlich.

Mühevolle Schreibtischarbeit für die Kripo

In der öffentlichen Darstellung wird vielfach unterschlagen, dass Fahndungsarbeit hauptsächlich am Schreibtisch stattfindet. Denn Gutachten von Sachverständigen müssen eingeholt und für den Fall bewertet werden. Und auch auf Computer wird zurückgegriffen: Die beim Bundeskriminalamt angelegten Datenbanken geben vielfach entscheidende Hinweise in der Ermittlung. Die Daten vom Automatischen-Finger-Abdruck-System (AFIS), von der DNA-Analyse-Datenbank und vom zentralen Fahndungscomputer können von jeder Dienststelle aus abgerufen werden.
Sollten Fälle nicht oder nur schwer aufgeklärt werden, greift die Kripo auch auf Spezialisten zurück. Die psychologisch geschulten “Profiler” ziehen aus den in der Ermittlungsakte gewonnen Fakten Rückschlüsse auf den Täter, schätzten sein Verhalten und seine nächsten Schritte ein und erstellen ein Täterprofil. Zielfahnder beteiligen sich hingegen operativ an der Suche nach Tätern. Über Befragungen gelangen sie zu Ermittlungsergebnissen, reisen mitunter auch ins Ausland und heften sich unerkannt an die Fersen des Verdächtigen. Diese Arbeite zieht sich meist über Monate oder Jahre hin.
Die Staatsanwaltschaft hat in den Ermittlungen die Federführung und sie ist es auch, die beim Ermittlungsrichter einen Antrag für einen Haftbefehl stellt, besonders dann wenn Flucht- und Verdunklungsgefahr besteht.

Verkehrspolizei

Die Verkehrspolizei ist ein eigener Fachbereich innerhalb der Schutzpolizei und weist teilweise eine eigene Organisationsstruktur auf. Neben Verkehrspolizeidirektionen existieren noch Verkehrspolizeiinspektionen und Autobahnpolizeistationen.

Überwachen des Verkehrs

Verkehrspolizei Bild

Verkehrskontrolle in Uetersen
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Der Aufgabenbereich des Verkehrspolizisten hat sich auch durch die moderne Technik in den letzten 100 Jahren stark gewandelt. Regelten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts noch Polizisten auf stark befahrenen Kreuzungsbereichen den Verkehr übernehmen dies heute flächendeckend Ampelanlagen. Deshalb konzentriert sich die Verkehrspolizei heute auf andere Aufgaben.
Im Fokus steht dabei die Überwachung des Verkehrs, egal ob ruhend oder stehend. Dazu zählen die Kontrolle der Fahrzeuge, der Fahrzeugführer und der Beladung. Hier werden die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge, die Ordnungsmäßigkeit der Fahrzeugpapiere von Fahrzeug und Fahrzeugführer, die Fahrtüchtigkeit des Fahrers und die ordnungsgemäße Sicherung der Ladung unter die Lupe genommen. Diese Überprüfung kann jederzeit ohne besonderen Anlass jeden Verkehrsteilnehmer treffen.

Unfallaufnahme durch die Verkehrspolizei

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt in der Gefahrenabwehr direkt am Unfallort sowie in der Aufnahme und Bearbeitung von Unfällen. Zunächst wird die Unfallstelle gesichert und, falls der Notarzt noch nicht eingetroffen sein sollte, die Verletzten versorgt. Die Verkehrspolizisten schießen Fotos von der Unfallstelle, um Unfallspuren zu entdecken und zu dokumentieren. Gerade dann, wenn ein Unfall mit verletzten Personen oder mit einem hohen Sachschaden vorliegt, muss die Erfassung und Dokumentation aus versicherungstechnischen Gründen sehr genau erfolgen. Im weiteren Verlauf werden Reifenspuren untersucht. Hier lassen sich Brems- oder Blockeierspuren erkennen, die einen ersten Hinweis auf den Unfallablauf geben. Auch einzelne Fahrzeugteile, Lacksplitter, Kratz- und Schleifspuren werden genauestens inspiziert. Die Unfallstelle wird vermessen und Spuren mit Kreide markiert. Die gesammelten Ergebnisse fließen dann in eine Unfallskizze ein, in der Bremsspuren und die Lage der Fahrzeuge festgehalten werden. Bei schweren Unfällen ziehen die Verkehrspolizisten auch Spezialisten aus den Verkehrs-Inspektionen zu Rate. Die Hauptunfallursachen bleiben meist Alkohol, überhöhte Geschwindigkeit und die Missachtung der Vorfahrt. In den Bereich der Überwachung fallen auch Geschwindigkeitskontrollen. Mit mobilen und modernen Laserpistolen kann die Verkehrspolizei Temposünder ermitteln.

 

Verkehrspolizei verfolgt auch Ordnungswidrigkeiten

Die Verkehrspolizei verfolgt darüberhinaus Verkehrsordnungswidrigkeiten (z. B. Falschparken), Verkehrsstraftaten (z.. B. Fahrerflucht) und Ordnungswidrigkeiten(Überqueren der Straße bei roter Ampel).
Sollte eine unübersichtliche Lage im Verkehr entstehen, kann die Verkehrspolizei einen Verkehrsposten aufstellen, um den Verkehr wieder zu regeln.
Ein weiteres Hauptaugenmerk richtet die Verkehrspolizei auf die Verkehrserziehung. Durch Prävention und Aufklärung sollen alle Verkehrsteilnehmer zur gegenseitigen Rücksichtnahme angeregt werden. Dazu kommen Instrumentarien wie der Verkehrsunterricht, Verkehrspuppentheater oder Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz. An Informationsständen informieren die Verkehrspolizisten bspw. über bestimmte Risiken oder Unfallgefahren und erzielen damit häufig einen pädagogischen Effekt.

Autobahnpolizei als eigene Gruppe

Innerhalb der Verkehrspolizei bildet die Autobahnpolizei eine eigene Gruppe. Sowohl die Benennung als auch die Organisationsstruktur kann dabei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. Mitunter haben einige Bundesländer gar keine Autobahnpolizei. Dort übernimmt dann die Verkehrspolizei diese Arbeit.
Dabei ist der Aufgabenbereich ähnlich zu den klassischen Aufgaben der Verkehrspolizei. Diese erstrecken sich auf die Aufnahme von Verkehrsunfällen, Beseitigen von Verkehrsstörungen, Stauabsicherung- und überwachung bis hin zu Verkehrsordnungswidrigkeiten, wie überhöhte Geschwindigkeit, und die Verfolgung von Straftaten. Der Wirkungskreis bleibt jedoch – wie der Name schon verrät – auf die Autobahnen beschränkt. Dabei werden vielfach mit Hilfe von Überwachungsgerät Geschwindigkeiten und Sicherheitsabstände überprüft. Zusätzlich können Fahnder mit zivilen Fahrzeugen unterwegs sein, die gezielt Tempo- und Verkehrssünder ausfindig machen. Den Autobahnpolizeien greifen für diese Tätigkeit meist auf Fahrzeuge mit leistungsfähigen Motoren und vielseitigen Lichtsignalanlagen zurück.

Schutzpolizei

Für den Bürger ist die Schutzpolizei die Polizei schlechthin. Denn sie ist schon durch ihr Auftreten erkennbar und gut zu identifizieren. Polizisten in Uniform und in Streifenwagen sind Teil des alltäglichen Straßenbildes in Deutschland.
Die Schutzpolizisten haben wahrscheinlich den abwechslungsreichsten Arbeitsalltag unter den Polizisten und müssen immer wieder auf neue Situationen angemessen reagieren. Deshalb sollten sie von der psychologischen Eignung äußerst flexible Charaktere sein.

Prävention durch Präsenz der Schutzpolizei

Schutzpolizei Bild

Streifenwagen in Dresden
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Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und OrdnungDies erreicht die Schutzpolizei schon durch präventive Maßnahmen wie den Streifendienst. Aus der verstärkten Präsenz in der Öffentlichkeit durch Streifengänge und Streifenfahrten ergibt sich eine erhöhte Abschreckung für potenzielle Straftäter Kriminaldelikte zu begehen. Die feste Verankerung im Alltag auf der Straße verhindert vielfach schon im Vorfeld das Begehen von Straftaten und stellt als Nebeneffekt die Nähe zum Bürger sicher. Doch sollte es dann doch zu einem Delikt gekommen sein, ist die Schutzpolizei ein integraler Bestandteil des Fahndungsmechnismus. Hier vor allem als Sofortfahndung, also zeitnah zur Tat oder aber auch in Rahmen einer Ringalarmfahndung, um die Flucht von Tätern zu erschweren.
Die Schutzpolizei ist im Notfall die erste Einheit vor Ort. Ganz gleich ob bei Verkehrsunfällen, Raubdelikten, Einbrüchen Streitigkeiten oder Mord. Dort leitet sie alle notwendigen Maßnahmen ein, um Hilfe zu gewähren, Gefahren zu reduzieren oder abzuwenden.

Verkehrsüberwachung

Ein Schwerpunkt bildet der Einsatz im Verkehrsbereich, vielfach als Verkehrspolizei. Die Schutzpolizei ist auch hier meist als erste direkt am Geschehen und kümmert sich in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und der Feuerwehr um die Versorgung von Verletzten am Unfallort. Dabei nimmt sie den Unfall auf, befragt Beteiligte, Zeugen, hält die Situation am Ort fest und dokumentiert diese bspw. mit Fotos. Auch die Verkehrskontrolle und die Verkehrsüberwachung zählen zu den Hauptaufgaben der Schutzpolizei. Sie sperrt den Gefahrenbereich ab und regelt den Verkehr rund um das Geschehen. Stichpunktartig können Tempokontrollen mit Radaranlagen durchgeführt werden. Erlaubt ist auch die ereignisunabhängige Überprüfung jedes Verkehrsteilnehmers, um bspw. seine Fahrtüchtigkeit zu überprüfen. In diesem Zusammenhang kann sie auch als Zivilstreife tätig sein.
Grundsätzlich nimmt die Schutzpolizei auch alle Strafanzeigen entgegen. Entweder auf der Dienststelle oder am Tatort. Im weiteren Verlauf führt sie dann die weitere Sachbearbeitung gegebenenfalls mit anderen Abteilungen durch.
Auch Großveranstaltungen fallen in den Tätigkeitsbereich. Hierbei kontrolliert sie u. a. die Verkehrsströme, schützt die Teilnehmer und ist mitverantwortlich für einen geregelten Ablauf. Dabei hat sie ein großes Einsatzfeld, das vom Fußballspiel bis hin zur Demonstration reicht. Die Schutzpolizei ist Teil der Landespolizei und untersteht damit dem Landesministerium des Innern des jeweiligen Bundeslandes.

BKA – LKA

Sonderstellungen unter den Polizeibehörden nehmen das Bundeskriminalamt (BKA) und die Landeskriminalämter (LKA) ein.

Bindeglied Landeskriminalamt

Landeskriminalämter gibt es in jedem der 16 Bundesländer und gehören somit zum Geschäftsbereich der Landesministerien des Inneren. Mit Ausnahme von Brandenburg und Saarland sind sie dort die obersten Polizeibehörden. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Unterstützung der Kriminalpolizei eines Landes mit Analysen, Gutachten und Serviceleistungen. Genau wie alle anderen Behörden der Landespolizei kommt sie bei der Gefahrenabwehr zum Einsatz und übernimmt zusätzlich noch die Ermittlungen bei besonders bedeutenden Fällen der Strafverfolgung. Dabei hat das LKA ein breites Einsatzspektrum, das von Ermittlungen auf den Gebiet der Sexualstraftaten, Organisierte Kriminalität, Rauschgift bis hin zum Falschgeld führt. Nebenher übernimmt sie auch den Staatsschutz für die Polizeibehörden. Die Landeskriminalämter sind damit eine Anlauf- und Dienstleistungsstelle hinsichtlich Kriminaltechnik und Erkennungsdienst für die Behörden der Landespolizei. Darüber hinaus fungiert sie für alle Polizei-Dienststellen des jeweiligen Bundeslandes als Bindeglied zum Bundeskriminalamt. Alle Landeskriminalämter verfügen über einen Kriminaldauerdienst, die meisten zusätzlich noch über ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) für Beobachtungen, Fahndungen oder einen schnellen Zugriff in Gefahrensituationen.

BKA als Koordinator und Ermittler

"Liegenschaft des BKA" Polizei Bild

“Liegenschaft des BKA”
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Das Bundeskriminalamt hingegen untersteht dem Bund und ist dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern unterstellt. Das BKA handelt auf Basis von Artikel 73 und 87 des Grundgesetzes. Obgleich die grundsätzliche Polizeihoheit bei den Ländern und damit bei den Landespolizeien angesiedelt ist, hat der Bund auf dieser Basis auch eigene Zuständigkeiten im Kriminalwesen. Die konkreten Aufgaben sind im BKA-Gesetz geregelt.
Das Bundeskriminalamt kann als Strafverfolgungsbehörde Ermittlungen in besonders schwerwiegenden Kriminaldelikten führen. Hierunter fällt auch die politisch motivierte Kriminalität. Als besonders einprägsam gelten hier die Bekämpfung des Links-Terrorismus der 70er und 80er Jahre, als auch Ermittlungen gegen islamistische Terrorzellen in der Bundesrepublik Deutschland. Das BKA wird ebenso bei Kriminaldelikten mit stark ausgeprägten organisatorischen Zügen eingeschaltet oder aber wenn das Delikt einen Bezug zum Ausland aufweist. Auch auf Bitten einer Landesbehörde oder auf Ersuchen des Generalbundesanwaltes kann das BKA hin tätig werden.
Als nationale und internationale Informations- und Kommunikationszentrale für Polizeien, untersteht dem BKA der internationale Datenverkehr von Bund und Ländern mit ausländischen Polizei-Dienststellen. Das Bundeskriminalamt wahrt zudem auch im Äußeren die Interessen der deutschen Polizei und vertritt die Bundesrepublik bei Interpol. Im Inneren bietet sie den den deutschen Polizei-Dienstellen eine mannigfaltige Palette von Untersuchungs- und Forschungseinrichtungen für die Ermittlungsarbeit, die ähnlich der Landeskriminalämter von kriminaltechnischen Analysen, über Kriminalstatistiken bis hin zur Gutachten-Erstellung reicht.
Das BKA kümmert sich darüber hinaus auch um den Schutz der Mitglieder der deutschen Verfassungsorgane und deren ausländischen Gäste.

Landespolizeien

Nach Artikel 30 des Grundgesetzes ist die Ausübung der staatlichen Befugnisse und der staatlichen Aufgaben Ländersache. Darunter fällt auch der Aufgabenbereich der Polizeiarbeit. Die Polizeihoheit obliegt damit den einzelnen Bundesländern. Jedes Bundesland hat ein eigenes Polizeigesetz, das die Aufgaben und Befugnisse genauestens regelt. Somit kann es also von Land zu Land einen unterschiedlichen Verwaltungsaufbau und einen abweichenden Aufgabenbereich geben. Im Wesentlichen sind diese aber nach wie vor ähnlich.

Hierarchische Struktur der Landespolizei

Hubschrauber der Schutzpolizei

Hubschrauber der Ladespolizei NRW
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An der Spitze des hierarchischen Verwaltungsaufbaus der Landespolizei steht das Landeskriminalamt (LKA), dem das Präsidium der Bereitschaftspolizei nachgeordnet ist. Auf dieser Ebene stehen auch die Kreispolizeibehörden in den einzelnen Kreisen sowie die Polizeipräsidien in den kreisfreien Städten, die jeweils die Fach-und Dienstaufsicht über die Polizeidirektionen besitzen. Die kleinstmöglichen Einheiten in der Polizeiverwaltung bilden letztlich Reviere und Posten. Alle Behörden sind dem Landesministerium des Inneren unterstellt.
Der Hauptauftrag der Landespolizei besteht in der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit. Die wesentlichen Aufgaben dazu sind Gefahren abzuwehren, das Vorbeugen und Verhindern von Straftaten, sowie Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen.

Aufgaben der Landespolizei

In ihrer Funktion als Strafverfolgungsbehörde ermittelt sie im Falle von ordnungswidrigen und strafbaren Handlungen Täter, Tatprofile und erstellt Tatmuster. Im Bereich der Gefahrenabwehr soll die Landespolizei die innere und unter ihrer Mithilfe auch die technische Sicherheit garantieren. Einen Schwerpunkt in der Arbeit der Landespolizei bildet der Verkehrsbereich. Die Verkehrspolizeiüberwacht den rollenden und stehenden Verkehr, führt Kontrollen durch, regelt nach Bedarf ganze Verkehrsströme, nimmt Unfälle auf und bearbeitet diese in der Verwaltung weiter. Eine tragende Rolle nimmt die Landespolizei in der Notfallhilfeein. Dort tritt sie in Notfällen neben den Feuerwehren und den Rettungsdiensten als Ansprechsprechpartner und Ersthelfer auf. In Abstimmung mit juristischen Instanzen, wie Gerichte oder Staatsanwaltschaften, ist sie auch auf dem Gebiet der Verbrechensprävention (bspw. Mithilfe bei der Suchtberatung) tätig. Damit leistet sie einen Beitrag zur Vorbeugung potenzieller Straftaten.

Abgrenzung zu Verwaltungsbehörden

Für all diese Aufgaben und Befugnisse stehen den Landespolizeien der Bundesländer Tausende von Beamten der Vollzugspolizei zur Verfügung. Dazu zählen die Schutzpolizei, die KriminalpolizeiBereitschaftspolizei oder auch die Wasserschutzpolizei. Von der Vollzugspolizei zu unterscheiden sind hingegen Verwaltungsbehörden wie Ordnungsamt oder Gewerbeaufsicht, die zwar auch polizeiähnliche Aufgaben übernehmen, aber nicht der Landespolizei angehören, sondern Teil der kommunalen Verwaltung sind.

Bundespolizei

Die Polizei tritt nach außen hin als eine Einheit auf, doch verwaltungsorganisatorisch ist sie dies nicht. Grundsätzlich gilt es zwischen der Bundespolizei und der Landespolizei zu unterscheiden. Die Polizeihoheit obliegt in der Bundesrepublik Deutschland den 16 Bundesländern. Dennoch verfügt auch der Bund in Form der Bundespolizei über gleichartige Befugnisse.Dabei untersteht sie dem Bundesministerium des Innern.
1951 gegründet, war die Behörde bis 2005 unter dem Namen “Bundesgrenzschutz” bekannt. Trotz der Umbenennung haben sich die Befugnisse nicht geändert. Ein Großteil der Aufgaben ist daher bis heute aus dem Namen “Bundesgrenzschutz” historisch ableitbar.

Schutz der Landesgrenzen durch die Bundespolizei

Bundespolizei Wappen auf Tür

Bundespolizei Wappen auf Tür
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Wesentliche Aufgabe ist daher der polizeiliche Schutz der deutschen Landesgrenzen zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Der Bundespolizei obliegt dabei die Kontrolle des Grenzverkehrs und der damit verbundenen Überprüfung von Ausweispapieren. In diesem Rahmen stellt sie die Berechtigung zum Überschreiten der Grenze fest. Um Gefahren für die Grenzsicherheit abzuwenden kann sie dabei im Grenzgebiet mit einer Tiefe bis zu 30 km ins Landesinnere hinein operieren und bspw. Grenzfahndungen auslösen. Gerade in diesem Bereich arbeitet die Bundespolizei verstärkt auf der Basis des Asyl- und des Aufenthaltgesetzes. Im Fokus liegt hier das Bekämpfen von organisierter Kriminalität im Schleusungswesen.

Zusammenwachsen Europas erfordert neue Aufgaben

Die neuen politischen Rahmenbedingungen trugen seit Ende des Kalten Krieges im Zuge des europäischen Zusammenwachsens zu einer geänderten Bandbreite von Einsätzen bei. Die Kontrolle der deutschen Binnengrenze tritt seit dem Schengener Abkommen und der Ost-Erweiterung der EU zunehmend in den Hintergrund. Die Überwachung von Flughäfen und der deutschen Seehäfen als Außengrenze der EU und bahnpolizeiliche Tätigkeiten drängen stärker in den Mittelpunkt. Dazu zählen auch der Schutz vor Angriffen auf den Luftverkehr und das Ergreifen von Sicherheitsmaßnahmen an Bord von Flugzeugen.
Wie die Länderpolizei kümmert sich die Bundespolizei um die Prävention von Straftaten, der Strafverfolgung und das Verfolgen von Ordnungswidrigkeiten sofern dieses im ihr zugewiesenen Aufgabenbereich liegen.

Bundespolizei unterstützt Ministerien und Behörden

Die Bundespolizei gewährleistet gerade in Zeiten steigender Terrorgefahr nicht nur die Sicherheit der eigenen Einrichtungen, sondern auch den Schutz von Verfassungsorganen, Ministerien, Behörden und Verbänden. Dabei unterstützt sie Bundesministerien oder Bundesbehörden in der Bewältigung ihrer Aufgaben. Ob Mithilfe beim Schutz deutscher Botschaften im Ausland für das Auswärtige Amt, Schutz- und Begleitdienste für das BKA oder Unterstützung der Länderpolizeien bei Großeinsätzen wie Fußballspielen - Das Einsatzspektrum der Bundespolizei bleibt, trotz der Polizeihoheit der Länder, vielfältig. Auch in Katastrophenfällen und bei schweren Unglücken leistet sie Hilfeleistung inklusive Luftrettung.

Ausbildung & Karriere

Die theoretische Ausbildung beinhaltet die Schwerpunkte Recht, Polizeidienstkunde, Fotografie und Fototechnik, Funk und Funktechnik, Kriminalistik und Englisch, um nur einige der Ausbildungsrichtungen zu nennen. Des Weiteren wird dem Bewerber eine umfangreiche Bildung im Bereich Politik, Waffenkunde, Sozialwissenschaften und Erste Hilfe gewährt. Natürlich gehören praktische Ausbildungen wie Selbstverteidigung, Einsatztraining, Waffen- und Schießausbildung und Dienstsport dazu, um das Berufsbild des Polizisten möglichst exakt zu vermitteln.

Ausbildungsstufen bei der Polizei

Die theoretische Ausbildung ist die Grundlage für die anschließende praktische Erprobung des erlernten Wissens. Pro Semester erfolgt eine umfangreiche Überprüfung des Erlernten. Erst nach erfolgreichem Bestehen dieser Tests kann die nächste Ausbildungsphase angegangen werden. Ansonsten ist für den Bewerber an dieser Stelle Schluss.

Ausbildung zum mittleren Dienst bei der Polizei

Die Ausbildung ist Sache der Länder und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Die Ausbildung ist Sache der Länder und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Denn der Bund betreibt eine eigene Ausbildung für Polizisten der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes.

Ausbildung zum gehobenen Dienst bei der Polizei

Ausbildung und Karriere Polizei Bild

Polizisten beim Training in im Einsatztrainingszentrum Wiesbaden
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Der gehobene Polizeidienst ist die nächsthöhere Ausbildungsstufe nach dem mittleren Dienst. In einigen wenigen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen, ist er gar der direkte Einstieg, denn hier ist die Ausbildung im mittleren Dienst nicht mehr vorgesehen. In Bayern erfolgt eine Ausbildung zum Polizeikommissar mit einem Studium an einer Fachhochschule und dem Abschluss Diplom-Verwaltungswirt (FH). DasStudium dauert 3 Jahre und beginnt mit zwei Praktika, die wesentliche Grundzüge der Polizeiarbeit vermitteln. Dabei hospitiert er in Polizei- und Kriminalinspektionen. Nach der Ernennung zum Polizeioberwachtmeister beginnt das Grundstudium mit anschließendem Hauptpraktikum und einer einsatztaktischen Ausbildung. Das Studium endet nach dem Hauptstudium und den erfolgreich abgeschlossenen Prüfungen.

Ausbildung zum höheren Polizeidienst

Das Studium für den höheren Dienst in der Polizei wird in der einzigen Polizeiakademie Deutschlands mit den Standorten Hann, Münden und Oldenburg durchgeführt und dauert zwei Jahre. Zugelassen wird, wer entweder bei einer Polizeibehörde des Bundes oder des Landes angestellt ist, bereits ein universitäres Studium mit einem dem Polizeidienst förderlichen Fach absolviert oder bei der Ausbildung im gehobenen Dienst bereits einen Bachelor / ein Diplom erworben hat. Am Ende erwirbt der Studierende den Abschluss Master “Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement”.

In einigen wenigen Bundesländern ist ein direkter Einstieg in den höheren Dienst möglich. Voraussetzung dafür ist ein Studium, das nicht im Rahmen der Polizei durchgeführt wurde, sondern die Befähigung für den Beruf als Richter. Auch für die Anstellung beim Bundeskriminalamt kann ein regulärer Universitätsabschluss ausreichen, der dann allerdings wieder eine “polizeiförderliche” Fächerkombination ausweisen sollte. Diese Bewerber müssen jedoch eine zusätzliche Laufbahnüberprüfung absolvieren.

Praktische Möglichkeiten nach Polizeiausbildung

Die Einsatzmöglichkeiten eines Polizisten nach erfolgreich beendeter Ausbildung sind enorm. Dabei wird natürlich die persönliche Neigung des frisch ausgebildeten Polizisten berücksichtigt. Der konkrete Einsatz hängt davon ab, wie viel Personal wo benötigt wird. Bestimmte Einsatzrichtungen wie die Wasserschutzpolizei werden von Interessenten geradezu überrannt, andere hingegen leiden unter Personalmangel. Die Verkehrspolizei, die Kriminalpolizei, die Schutzpolizei usw. Sie alle stehen dem angehenden Polizisten zur Verfügung.

Polizisten haben sehr gute Aufstiegschancen

Unabhängig von der konkreten Dienstverwendung kann der Polizist die Laufbahnleiter innerhalb der Polizeihierarchie nach oben klettern. Nach und nach wird er den jeweils nächsthöheren Dienstgrad erlangen und somit auch höhere Bezüge erhalten.
Für bestimmte dienstliche Verwendungen wie beispielsweise bei der Kriminalpolizei ist es erforderlich, dass der Polizist einige Jahre zuvor den normalen Polizeidienst im Revier, auf der Straße, im Verkehr kennengelernt hat. Nur dadurch kann er die nötige menschliche Reife erlangen, die für die Arbeit eines Kriminalpolizisten zwingend erforderlich ist.
Ähnlich läuft es auch beim Erklimmen der Karriereleiter im gehobenen Dienst. Erst nach einigen Jahren Praxis im jeweils aktuellen Dienstrang und in der aktuellen Dienstverwendung kann der nunmehr erfahrene Polizist sich für eine Weiterbildung, beispielsweise auf der Polizeiakademie, bewerben. Ohne polizeiliche Praxis und Erfahrung geht hier nichts. Denn wenn man sich für eine Führungsposition im Polizeidienst qualifizieren möchte, muss man gerade die praktische Polizeiarbeit am Menschen, vor Ort und am Tatort beherrschen. Denn nur so ist es dem späteren Polizeiführer möglich, die ihm Untergebenen so zu führen, wie dies für die Polizeiarbeit erforderlich ist.

Persönliche Interessen berücksichtigt – Aber Staat entscheidet

Jedem jungen Polizisten sollte klar sein, dass seine persönlichen Interessen zwar Berücksichtigung finden, aber nur nach Möglichkeit. Entscheidend ist das Interesse der Polizei und der Polizeiführung. Und so ein Diensteinsatz erfolgt per Befehl, also gegebenenfalls auch gegen den Willen des Polizisten. Das hört sich zunächst einmal schlimm an. Aber ein Beamter, und das sind Polizisten automatisch mit Einstellung in den regulären Polizeidienst, muss dort seinen Dienst tun, wo der Dienstherr, also der Staat, ihn benötigt. Das gilt nicht nur für Polizisten, das gilt auch für Soldaten oder Finanzbeamte. Außerdem ist der Ersteinsatz eines jungen Polizisten immer nur auf einige Jahre beschränkt. Im Dienst lernt er dann weitere Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten für sich zu entdecken. Generell endet die Ausbildung eines Polizisten nie. Das ist in anderen Berufen nicht anders. Aber gerade der Polizist vor Ort, hat täglich neue Aufgaben zu erfüllen, lernt ununterbrochen etwas Neues und sammelt ständig Erfahrungen. Mit diesem in der Praxis erworbenen Wissen kann er sich für andere Dienstverwendungen bewerben.

Beamtenstaus bei der Polizei

Das Vertragsverhältnis eines Polizisten zum Staat unterscheidet sich nicht zu dem anderer Beamter. Befindet sich der Anwärter auf den Polizeidienst noch im Vorbereitungsdienst ist er ein Beamter auf Widerruf. Nach bestandener Laufbahnprüfung wandelt sich der Status in “Beamter auf Probe” um. Damit erfolgt auch die Anstellung. Die Probezeit dauert in der Regel drei Jahre. Bewährt sich der Beamter in dieser Phase, wird er im Anschluss zum Beamten auf Lebenszeiternannt.